Mieten oder kaufen 2026: Die sieben Faktoren, die wirklich über Wohneigentum entscheiden
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Warum der Vergleich zwischen Kaltmiete und Kreditrate fast immer zu kurz greift – und wie eine belastbare Entscheidung über 15 bis 25 Jahre entsteht.
„Kaufen lohnt sich nicht mehr“ ist genauso pauschal wie „Miete ist rausgeworfenes Geld“. Beides klingt überzeugend, beides kann im Einzelfall falsch sein. Die richtige Entscheidung entsteht nicht aus einer Marktparole, sondern aus einer vollständigen Rechnung: Welche Kosten sind endgültig verloren, welcher Anteil der Rate baut Vermögen auf, wie lange bleibt der Haushalt am Standort, welche Risiken trägt das Objekt und wie stabil ist die Finanzierung?
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Der Markt liefert 2026 kein einfaches Signal. Kaufpreise haben sich nach dem Zins- und Preisbruch der Jahre 2022 und 2023 stabilisiert, entwickeln sich aber regional unterschiedlich. Gleichzeitig steigen Angebotsmieten weiter. Die Finanzierung bleibt deutlich teurer als in den Nullzinsjahren, und der Neubau verteuert sich erneut stark.
| Indikator | Aktueller Stand | Was daraus folgt |
|---|---|---|
| Wohnimmobilienpreise | +1,4 Prozent im 1. Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahresquartal; +0,3 Prozent zum Vorquartal | Bundesweit leichte Erholung. Für Entscheidungen zählt trotzdem der konkrete Teilmarkt, nicht der Bundesdurchschnitt. |
| Angebotsmieten | +3,0 Prozent im 2. Quartal 2026 zum Vorjahr und +0,8 Prozent zum Vorquartal in 37 Städten und Regionen | Neu angebotene Wohnungen verteuern sich weiter; Bestandsmieten können deutlich anders verlaufen. |
| Bauzinsen | 3,99 Prozent effektiver Jahreszins insgesamt; 3,98 Prozent bei mehr als zehn Jahren Zinsbindung im Mai 2026 | Die Finanzierung ist planbarer als eine variable Miete, aber die anfängliche Monatsbelastung bleibt hoch. |
| Baupreise | +5,0 Prozent im Mai 2026 gegenüber Mai 2025 | Neubau und größere Modernisierungen benötigen höhere Kostenpuffer. |
| Mietbelastung | Die jüngste bundesweit vergleichbare Mikrozensus-Zahl stammt aus 2022: durchschnittlich 27,8 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens für die Bruttokaltmiete | Die Zahl ist ein Strukturindikator, kein aktueller 2026-Mietwert und keine persönliche Belastungsgrenze. |
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Der ursprüngliche Vergleich vermischte zwei Fragen, die steuerlich und wirtschaftlich getrennt werden müssen. Wer selbst einzieht, kauft Wohnsicherheit, Gestaltungsspielraum und mögliche Vermögensbildung. Wer vermietet, tätigt eine Kapitalanlage mit Mietertrag, Leerstands-, Verwaltungs- und Steuerfolgen.
| Selbst genutztes Wohneigentum | Vermietete Kapitalanlage |
|---|---|
| Vergleich mit der eigenen realistischen Wohnalternative | Vergleich mit anderen Anlageformen und risikoadäquater Rendite |
| Tilgung baut eigenes Nettovermögen auf | Tilgung baut Eigenkapital auf, beeinflusst aber nicht unmittelbar den steuerlichen Gewinn |
| Gewöhnliche Gebäude-AfA grundsätzlich nicht nutzbar | Gebäude-AfA kann bei Einkünften aus Vermietung grundsätzlich steuerlich wirken |
| Förderprogramme für Selbstnutzer und Familien können relevant sein | KfW 298, § 7b EStG oder Denkmal-AfA können je nach Objekt relevant sein |
| Lebensplanung, Pendelwege und Flexibilität sind zentrale Kriterien | Mietrendite, Bewirtschaftung, Leerstand, Instandhaltung und Exit-Liquidität sind zentral |
| Steuerersparnis darf nicht als Kaufargument unterstellt werden | Steuereffekt hängt von persönlicher Situation, Bemessungsgrundlage und Einhaltung aller Voraussetzungen ab |
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Eine Kreditrate besteht aus Zins und Tilgung. Der Zins ist der Preis für das geliehene Kapital. Die Tilgung reduziert die Restschuld und erhöht – solange der Immobilienwert nicht entsprechend fällt – das eigene Nettovermögen. Trotzdem ist die Tilgung nicht automatisch eine Rendite: Das Kapital ist im Objekt gebunden und trägt Preis-, Instandhaltungs- und Liquiditätsrisiken.
| Position | Mieten | Kaufen |
|---|---|---|
| Monatliche Zahlung | Kaltmiete plus umlagefähige Nebenkosten | Zins und Tilgung plus laufende Eigentümerkosten |
| Endgültig verlorene Wohnkosten | Kaltmiete | Zinsen, anteilige Erwerbsnebenkosten, Instandhaltung, nicht umlagefähige Kosten, Versicherungen und gegebenenfalls Verwaltung |
| Vermögensaufbau | Nur über separate Geldanlage | Tilgung und mögliche Wertentwicklung abzüglich Verkaufskosten und Risiken |
| Gebundenes Kapital | Kaution und freiwilliges Anlagevermögen | Eigenkapital, Kaufnebenkosten, Rücklagen und laufende Sonderzahlungen |
| Flexibilität | Tendenziell höher, abhängig von Mietmarkt und Kündigungsfristen | Tendenziell niedriger; Verkauf ist teuer, zeitabhängig und nicht garantiert |
| Objektrisiko | Große Instandhaltung grundsätzlich beim Vermieter | Instandhaltung, Modernisierung, WEG-Beschlüsse und technische Risiken beim Eigentümer |
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Die folgende Modellrechnung ist keine Marktprognose. Sie zeigt nur, warum die Monatsrate allein irreführt. Angenommen werden eine vergleichbare Kaltmiete von 1.500 Euro, ein Kaufpreis von 450.000 Euro, Erwerbsnebenkosten von 45.000 Euro, 135.000 Euro eingesetztes Eigenkapital und ein Darlehen von 360.000 Euro.
| Position | Modellannahme | Einordnung |
|---|---|---|
| Kaltmiete | 1.500 Euro pro Monat | Endgültige Wohnkosten; künftige Anpassung offen. |
| Darlehenszins | 3,98 Prozent | Orientierung an der Bundesbank-Zinsstatistik für Bindungen über zehn Jahre im Mai 2026. |
| Anfängliche Tilgung | 2,00 Prozent | Reduziert die Restschuld; kein endgültiger Kostenblock. |
| Kreditrate | 1.794 Euro pro Monat | Im ersten Monat rund 1.194 Euro Zins und 600 Euro Tilgung. |
| Erwerbsnebenkosten | 45.000 Euro | Werden nicht durch Tilgung zurückgewonnen und müssen über die Haltedauer getragen werden. |
| Noch nicht eingerechnet | Instandhaltung, Rücklagen, nicht umlagefähige Kosten, Eigenkapitalverzinsung, Preisentwicklung und Verkaufskosten | Diese Positionen können das Ergebnis stärker verändern als die Differenz zwischen Kaltmiete und Rate. |
Was das Beispiel beweist – und was nicht: Die Rate liegt 294 Euro über der Kaltmiete, aber 600 Euro davon sind anfängliche Tilgung. Daraus folgt nicht automatisch, dass Kaufen günstiger ist: Die Erwerbsnebenkosten, laufenden Eigentümerkosten und der entgangene Ertrag des eingesetzten Eigenkapitals fehlen noch. Eine belastbare Entscheidung benötigt eine Mehrjahresrechnung mit Szenarien.
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| Faktor | Kauf spricht eher dafür, wenn … | Miete spricht eher dafür, wenn … |
|---|---|---|
| 1. Zeithorizont | der Haushalt voraussichtlich mindestens 10 bis 15 Jahre am Standort bleibt | Umzug, Familiengröße oder Arbeitsplatz in den nächsten Jahren offen sind |
| 2. Kaufpreis zur Vergleichsmiete | der Kaufpreis im Verhältnis zur realistischen Jahreskaltmiete plausibel ist | ein sehr hoher Kaufpreisfaktor nur mit optimistischen Wertsteigerungen erklärbar wäre |
| 3. Finanzierung und Reserve | Rate, Rücklagen und Nebenkosten auch bei Einkommensschwankungen tragfähig bleiben | der Kauf fast das gesamte Eigenkapital bindet oder nur mit sehr knapper Tilgung funktioniert |
| 4. Objektqualität | Gebäude, Haustechnik, Energiezustand, Teilungserklärung und WEG solide geprüft sind | Sanierungsstau, Sonderumlagen oder schwer kalkulierbare Baumängel drohen |
| 5. Nicht rückholbare Kosten | Zins, Kaufnebenkosten und Instandhaltung im Verhältnis zur Miete vertretbar sind | die wirtschaftlichen Eigentumskosten deutlich über der verfügbaren Vergleichsmiete liegen |
| 6. Flexibilität und Lebensnutzen | Standort, Grundriss und Nutzung langfristig passen und Eigentum einen hohen persönlichen Nutzen stiftet | Mobilität, berufliche Optionen oder ein flexibler Wohnbedarf wichtiger sind |
| 7. Förderung und Steuern | die Grundrechnung auch ohne Förderung trägt und Programme zusätzliche Robustheit schaffen | der Kauf erst durch maximale Förder- oder Steuerannahmen scheinbar tragfähig wird |
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Der Kaufpreisfaktor teilt den Kaufpreis durch die jährliche Vergleichskaltmiete. Kostet eine Wohnung 450.000 Euro und wäre sie für 18.000 Euro pro Jahr zu mieten, liegt der Faktor bei 25. Die Kennzahl ist kein Kauf- oder Verkaufssignal, aber ein schneller Plausibilitätscheck.
| Der Faktor hilft bei … | Der Faktor berücksichtigt nicht … |
|---|---|
| Vergleich ähnlicher Objekte und Mikrolagen | Kaufnebenkosten und Finanzierung |
| Erkennen besonders teurer Kaufangebote | Instandhaltung, Sanierungsbedarf und WEG-Risiken |
| Einordnung der Bruttomietrendite bei Kapitalanlagen | Qualität, Leerstand und nicht umlagefähige Bewirtschaftungskosten |
| Sensitivitätsrechnung für Miete und Kaufpreis | Steuern, Förderung und persönliche Lebensplanung |
Keine starre Schwelle: Ob ein Faktor von 20, 25 oder 30 vertretbar ist, hängt von Lage, Zins, Objektqualität, Wachstumserwartung, Vergleichsmiete und Haltedauer ab. Eine bundesweite Pauschalgrenze wäre fachlich zu grob.
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- Der Standort und die Wohnungsgröße passen mit hoher Wahrscheinlichkeit für mindestens 10 bis 15 Jahre.
- Nach Kaufnebenkosten bleibt eine belastbare Liquiditätsreserve für Umzug, Reparaturen und Einkommensausfälle.
- Die Finanzierung enthält eine angemessene Tilgung, lange genug kalkulierte Zinsbindung und realistische Anschlussfinanzierung.
- Der Kaufpreis wurde nicht nur mit anderen Angeboten, sondern mit der realistischen Vergleichsmiete und dem technischen Zustand abgeglichen.
- Bei Eigentumswohnungen wurden Wirtschaftsplan, Rücklage, Protokolle, Teilungserklärung und geplante Maßnahmen geprüft.
- Der Haushalt schätzt Wohnsicherheit, Gestaltungsfreiheit und Schuldentilgung höher als maximale Mobilität.
- Die Rechnung bleibt auch bei niedrigeren Wertsteigerungen und höheren Instandhaltungskosten tragfähig.
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- Ein Umzug in den nächsten fünf bis acht Jahren ist realistisch.
- Die vorhandene Miete liegt deutlich unter der Marktmiete und ein vergleichbarer Kauf wäre nur mit sehr hohem Kaufpreisfaktor möglich.
- Eigenkapital und Reserve würden durch Kaufnebenkosten und Einzug nahezu vollständig aufgebraucht.
- Der Haushalt kann oder möchte technische, rechtliche und gemeinschaftliche Objektrisiken nicht tragen.
- Die Finanzierung ist nur mit sehr geringer Tilgung, unsicherem Einkommen oder optimistischen Förderannahmen darstellbar.
- Der regionale Markt ist klein, illiquide oder stark von einem einzelnen Arbeitgeber beziehungsweise einer demografischen Entwicklung abhängig.
- Das frei bleibende Kapital wird diszipliniert und langfristig anderweitig angelegt, statt vollständig konsumiert zu werden.
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KfW-Kredite werden regelmäßig über einen Finanzierungspartner beantragt. Die Zinssätze ändern sich und werden bei Zusage festgelegt. Deshalb sollte ein Artikel keine dauerhaft gültige „ab“-Verzinsung versprechen, sondern Programm, Höchstbetrag und Voraussetzungen erklären.
| Programm | Förderrahmen | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| KfW 124 Wohneigentumsprogramm | Bis zu 100.000 Euro Kredit | Bau oder Kauf einer selbst genutzten Immobilie; mit anderen Programmen kombinierbar. |
| KfW 297/298 Klimafreundlicher Neubau | Bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit, abhängig von Förderstufe und QNG | Neubau oder Erstkauf klimafreundlicher Wohngebäude; 297 für Selbstnutzung, 298 für weitere beziehungsweise vermietete Einheiten. |
| KfW 300 Wohneigentum für Familien – Neubau | Je nach Kinderzahl und QNG 170.000 bis 270.000 Euro | Familien und Alleinerziehende innerhalb der Einkommensgrenzen, ohne förderschädliches Voreigentum. |
| KfW 308 Wohneigentum für Familien – Bestandserwerb | Je nach Kinderzahl 100.000 bis 150.000 Euro | Erwerb einer bestehenden, energetisch schwachen Immobilie mit anschließender Sanierungsverpflichtung. |
| KfW 261 Wohngebäude – Kredit | Bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit; Tilgungszuschuss abhängig vom erreichten Effizienzhausniveau | Energetische Sanierung eines Bestandsgebäudes; kann bei passenden Voraussetzungen mit dem Erwerbskonzept verbunden werden. |
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Steuerliche Effekte können die Liquidität einer vermieteten Immobilie deutlich verändern. Sie dürfen aber nicht auf einen normalen Selbstnutzervergleich übertragen werden. Entscheidend sind Gebäudewert, Vermietungsabsicht, persönliche Steuerwirkung und die exakten gesetzlichen Voraussetzungen.
| Regelung | Wer profitiert grundsätzlich? | Kernaussage | Wichtige Grenze |
|---|---|---|---|
| Lineare Gebäude-AfA | Vermieter und andere Einkunftserzieler | Für nach dem 31. Dezember 2022 fertiggestellte Wohngebäude grundsätzlich 3 Prozent jährlich auf den abschreibungsfähigen Gebäudeanteil. | Grund und Boden ist nicht abschreibbar; gewöhnliche Eigennutzung begründet keine AfA. |
| Degressive AfA nach § 7 Abs. 5a EStG | Vermieter und andere Einkunftserzieler bei begünstigten Wohngebäuden | 5 Prozent jährlich vom jeweiligen Restbuchwert; Herstellungsbeginn nach 30. September 2023 und vor 1. Oktober 2029. | Zeitliche und sachliche Voraussetzungen müssen exakt erfüllt sein. |
| Sonder-AfA nach § 7b EStG | Vermieter neuer begünstigter Mietwohnungen | Bis zu 5 Prozent jährlich im Fertigstellungs-/Anschaffungsjahr und den drei Folgejahren; kombinierbar mit regulärer AfA. | EH 40 NH mit QNG, Baukostenobergrenze 5.200 Euro/m², Bemessungsgrundlage max. 4.000 Euro/m² und zehnjährige entgeltliche Wohnungsvermietung. |
| Denkmal-AfA nach § 7i EStG | Vermieter denkmalgeschützter Objekte | Anerkannte begünstigte Maßnahmen: acht Jahre bis zu 9 Prozent, danach vier Jahre bis zu 7 Prozent. | Nur bescheinigte und vor Beginn mit der Denkmalbehörde abgestimmte Maßnahmen. |
| Denkmal-Sonderausgaben nach § 10f EStG | Selbstnutzer begünstigter Baudenkmale | Bis zu 9 Prozent der anerkannten Aufwendungen im Jahr des Abschlusses und in den neun Folgejahren. | Keine allgemeine Kaufpreisabschreibung; Bescheinigung, Eigennutzung und persönliche Steuerwirkung sind erforderlich. |
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Denkmalobjekte können wegen der erhöhten Absetzungen attraktiv sein. Die steuerliche Wirkung betrifft jedoch nur behördlich bescheinigte, begünstigte Maßnahmen. Kaufpreis, Grundstück, nicht anerkannte Arbeiten und überhöhte Sanierungskosten verschwinden nicht durch die AfA. Hinzu kommen Abstimmungs-, Bau-, Termin- und Vermietungsrisiken.
Auch die Finanzierung ist nicht automatisch leichter. Banken prüfen Bonität, Beleihungswert, Objektverwertbarkeit, Kostenaufstellung, Eigenkapital und Reserven. Eine steuerliche Entlastung kann die Haushaltsrechnung verbessern, ersetzt aber weder die technische Due Diligence noch eine marktgerechte Preisprüfung.
Finanzierung zuerst – aber die Bankzusage ist kein Gütesiegel
Die richtige Reihenfolge beginnt tatsächlich vor der Objektsuche: Haushaltsrechnung, Eigenkapital, Reserve, monatliche Zielbelastung und Finanzierungsrahmen werden zuerst geklärt.
-
Nettoeinkommen, dauerhafte Ausgaben und realistische maximale Wohnbelastung ermitteln
-
Eigenkapital in drei Töpfe teilen
Kaufnebenkosten, Eigenkapital für den Kaufpreis und unangetastete Notreserve.
-
Zinsbindung, anfängliche Tilgung, Sondertilgung und mögliche Anschlusszinsen in mehreren Szenarien prüfen
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KfW- und Landesprogramme vor bindenden Verträgen identifizieren und Antragsweg klären
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Konkretes Objekt technisch, rechtlich und wirtschaftlich prüfen
Bei Wohnungseigentum einschließlich WEG-Unterlagen.
-
Erst dann verbindliche Finanzierung und Kaufentscheidung treffen
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| Ausgangslage | Tendenz | Nächster Prüfschritt |
|---|---|---|
| Lange Haltedauer, ausreichende Reserve, plausibler Kaufpreisfaktor, solides Objekt | Kaufen vertieft prüfen | Finanzierung, Gutachten/Unterlagen und Langfristszenario finalisieren. |
| Lange Haltedauer, aber knappe Reserve oder hoher Sanierungsbedarf | Nur mit Sicherheitsmarge | Kostenpuffer, Förderfähigkeit, Bauzustand und Anschlussfinanzierung stressen. |
| Günstiger Bestandsmietvertrag, sehr hoher Kaufpreisfaktor, hohe Mobilität | Mieten ist häufig rational | Vermögensaufbau außerhalb der Immobilie verbindlich planen. |
| Kapitalanlage mit hoher Steuerwirkung, aber schwacher Mietrendite | Steuerargument reicht nicht | Rendite vor Steuern, nach Steuern und unter Instandhaltungs-/Leerstandsszenarien rechnen. |
| Denkmal oder QNG-Neubau mit guter Lage und nachvollziehbaren Kosten | Spezialprüfung möglich | Steuerberater, Finanzierung, Bescheinigung und technische Prüfung früh zusammenführen. |
| Kauf nur bei optimistischer Wertsteigerung tragfähig | Nicht robust | Kaufpreis neu verhandeln, Eigenkapital erhöhen oder Alternative mieten. |
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Der Markt hat Wohneigentum nicht abgeschafft. Er hat nur den Fehler der Nullzinsjahre sichtbar gemacht: Ein hoher Kaufpreis lässt sich nicht dauerhaft mit niedrigen Zinsen rechtfertigen. 2026 müssen Käufer wieder sauber zwischen Preis, Finanzierung, Nutzung und Risiko unterscheiden.
Genauso falsch ist die Annahme, steigende Mieten machten jeden Kauf automatisch richtig. Ein Objekt mit hohem Kaufpreisfaktor, Sanierungsstau und knapper Finanzierung bleibt riskant, auch wenn die Vergleichsmiete wächst. Umgekehrt kann ein gut passendes, solide finanziertes Eigenheim trotz höherer Anfangsbelastung langfristig sinnvoll sein, weil es Wohnsicherheit schafft und Tilgung erzwingt.
Die beste Entscheidung ist deshalb nicht die mit der niedrigsten Rate im ersten Jahr. Es ist die Variante, die den Haushalt über 15 bis 25 Jahre finanziell und persönlich robust hält – auch bei Reparaturen, Veränderungen im Einkommen, höherer Anschlussverzinsung oder einem unerwarteten Umzug.
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Wohneigentum ist 2026 anspruchsvoller als in den Nullzinsjahren, aber nicht grundsätzlich unvernünftig. Entscheidend sind Haltedauer, Kaufpreis zur Vergleichsmiete, Eigenkapital, Reserve, Objektqualität, Finanzierung und persönlicher Lebensnutzen. Förderung und Steuern sind Zusatzbausteine, nicht das Fundament.
Wer nur Miete und Kreditrate vergleicht, entscheidet mit einer unvollständigen Rechnung. Wer dagegen endgültige Wohnkosten, Vermögensaufbau, Risiken und Flexibilität getrennt bewertet, kann klar erkennen, wann Kaufen sinnvoll ist – und wann Mieten die wirtschaftlich stärkere Option bleibt.
Häufige Fragen zu Mieten oder Kaufen 2026
Ist Miete grundsätzlich rausgeworfenes Geld?
Nein. Miete bezahlt Wohnnutzung, Flexibilität und die Übernahme großer Instandhaltungsrisiken durch den Vermieter. Eigentum baut über Tilgung Vermögen auf, verursacht aber ebenfalls endgültige Kosten.
Ist die Kreditrate mit der Miete vergleichbar?
Nur eingeschränkt. Die Rate enthält Zins und Tilgung. Für den wirtschaftlichen Vergleich müssen Zins, Erwerbsnebenkosten, Instandhaltung, nicht umlagefähige Kosten und Eigenkapitalbindung getrennt betrachtet werden.
Wie lange sollte man eine Immobilie halten?
Eine feste Mindestdauer gibt es nicht. Wegen der hohen Transaktionskosten wird Kaufen meist robuster, wenn eine Haltedauer von mindestens 10 bis 15 Jahren realistisch ist. Bei kürzeren Zeiträumen steigt das Verlustrisiko deutlich.
Wie hoch sind die Kaufnebenkosten?
Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und gegebenenfalls Makler können zusammen bereits rund 10 Prozent des Kaufpreises erreichen. Die konkrete Höhe hängt von Bundesland, Maklervereinbarung und Finanzierung ab.
Welche Bauzinsen gelten aktuell?
Die Bundesbank meldete für Mai 2026 bei neuen Wohnungsbaukrediten einen effektiven Jahreszins von 3,99 Prozent insgesamt und 3,98 Prozent bei Zinsbindungen von mehr als zehn Jahren. Das persönliche Angebot hängt von Bonität, Beleihung, Laufzeit und Bank ab.
Kann ich beim selbst genutzten Eigenheim die 3-Prozent-AfA nutzen?
Grundsätzlich nein. Die gewöhnliche Gebäude-AfA setzt eine steuerlich relevante Einkunftserzielung voraus. Für bestimmte selbst genutzte Denkmale kann § 10f EStG eine gesonderte Begünstigung bieten.
Kann § 7b EStG mit der degressiven AfA kombiniert werden?
Grundsätzlich ja, wenn alle Voraussetzungen beider Regelungen erfüllt sind. § 7b gewährt bis zu 5 Prozent Sonderabschreibung pro Jahr für vier Jahre; das BMF zeigt ausdrücklich eine Kombination mit der degressiven AfA.
Welche KfW-Förderung passt zu Selbstnutzern?
Je nach Vorhaben kommen insbesondere KfW 124, KfW 297, KfW 300 für Familien im Neubau oder KfW 308 für Familien beim Bestandserwerb in Betracht. Voraussetzungen und Zinssätze müssen vor Vertragsbindung aktuell geprüft werden.
Ist eine Bankzusage ein Zeichen, dass die Immobilie gut ist?
Nein. Sie ist eine Kreditentscheidung der Bank. Kaufpreis, technischer Zustand, langfristige Passung und Rendite müssen Käufer separat prüfen.
Was ist bei einer Eigentumswohnung zusätzlich wichtig?
Teilungserklärung, Gemeinschaftsordnung, Wirtschaftsplan, Jahresabrechnungen, Instandhaltungsrücklage, Protokolle, Beschlusssammlung, Hausgeld und absehbare Sonderumlagen.
Sollte man Förderungen und Steuerersparnis vollständig in die Rate einrechnen?
Nur mit konservativen, belegbaren Annahmen. Die Grundfinanzierung sollte auch dann tragfähig bleiben, wenn Förderung geringer ausfällt, Auszahlung später erfolgt oder die persönliche Steuerwirkung abweicht.
Was ist der sinnvollste erste Schritt?
Zuerst einen realistischen Finanzierungs- und Belastungsrahmen mit Reserve bestimmen. Danach die lokale Vergleichsmiete, den Kaufpreisfaktor und das konkrete Objekt prüfen.
Offizielle Quellen und weiterführende Informationen
Für Finanzierungs- und Steuerentscheidungen sind die jeweils aktuellen Originalquellen maßgeblich.